LP (180g Vinyl) Decca VPLP005 / SKL4804
John Mayall
Blues Breakers with Eric Clapton
Seite 1
All Your Love
HideAway
Little Girl
Another Man
Double Crossing Time
What’d I Say
Seite 2
Key To Love
Parchman Farm
Have You Heard
Ramblin’ On My Mind
Steppin’ Out
It Ain’t Right
Aufnahmejahr: 1966
Hughie – ein junger gestylter Schnauzbart mit Schlafzimmerblick; John Nr. 2 – ein Babyface mit rosaroten Bäcklein; Eric – eine backenbärtige Rotznase mit Comic-Heft; John Nr. 1 – ein zerzauster Ziegenbart mit Tränensäcken; alles in allem John Mayalls Bluesbreakers, Ausgabe 1966, und das Coverphoto (von rechts nach links) zu jenem Album, das einerseits als das beste aus Mayalls unerschöpflicher Alben-Küche gilt und das andererseits den rotznasigen Eric Clapton ultimativ Richtung Star-Himmel katapultierte ("Clapton is God", so ein Graffiti, das zu jener Zeit an Londons Häuserwänden auftauchte).
John Mayall, "der weisse König des schwarzen Blues", damals bereits in seinen 30ern, war erst wenig zuvor von Manchester nach London gekommen und startete von dort aus seinen "Kreuzzug für den Blues". Selber ein ganz ordentlicher, wenn auch kein überragender Instrumentalist (Klavier, Orgel, Gitarre), dafür ein umso rasanterer Mundharmonika-Pistolero (er pflegte an Konzerten sein Dutzend nach verschiedenen Tonarten gestimmte Harmonikas in einem umfunktionierten Munitionsgurt auf sich zu tragen), verstand es Mayall, junge Ausnahme-Musiker um sich zu scharen und ihnen den letzten Schliff zu geben. So waren denn seine Bluesbreakers weniger eine Band als ein Projekt, eine Art Bluesschule, Talentschmiede, Durchlauferhitzer für angehende Stars an der Schwelle des Ruhms: Eric Clapton, eben bei den Yardbirds abgesprungen, Jack Bruce, der Ende ’66 mit Clapton Cream gründete, Peter Green, Mick Fleetwood und John (Nr. 2) McVie, die ’67 Fleetwood Mac aus der Taufe hoben, Mick Taylor, der ’69 zu den Rolling Stones abwanderte, gaben sich zu jener Zeit bei John Mayall die Türfalle in die Hände.
Es war unbestritten die goldene Zeit der Bluesbreakers, und das ’66er Album "Blues Breakers with Eric Clapton" Startschuss und vorweggenommener Höhepunkt dieser Ära. Ob von Schulvorstand John arrangierte Blues-Klassiker oder eigenkomponierte künftige Standards, ob walzender R&B oder weinender Slow-Blues, ob "Ramblin’ On My Mind" (Claptons Gesangs-Debut auf Platte), ob "Another Man" und "Parchman Farm" (Mayalls obligate Überschall-Nummern mit (Solo-)Harmonika) oder ob "Have You Heard" (Mayalls zeitloser blauer Seufzer, hier mit Bläsersatz) – bluesbrecherisch, halsbrecherisch, herzbrecherisch – Bluesherz, was willst du noch mehr?
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