LP (180g Vinyl) Decca Stereo SXL 2027
Das Orchestre de la Suisse Romande
unter der Leitung von Ernest Ansermet
Claude Debussy - Jeux
Claude Debussy - Danse
(Orchestrierung Maurice Ravel)
Paul Dukas - La Péri
Aufnahmedatum und -ort:
April/ Mai 1958 in der Victoria Hall, Genf
Toningenieur: Roy Wallace
Produzent: James Walker
Den Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze - so heisst es bei Schiller - und tragischerweise sind es allzu oft darstellerische Höchstleistungen auf der Bühne,
die, eben noch frenetisch gefeiert, nur allzu rasch in den Sumpf der Vergessenheit geraten. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, denn die Ballettkunst im Paris des frühen 20. Jahrhunderts schrieb Geschichte, ganz zu schweigen von der dazugehörigen Musik, die den Status klingender Choreographie weit übertrifft. Obwohl
die fast zeitgleich entstandenen Werke „Jeux“ und „La Péri“ durchweg avantgardistische Töne anschlagen, gehorchen sie grundverschiedenen musikalischen Gestaltungsprinzipien und thematischen Tableaus. In einer Serie von Variationen, die durch eine prägnante Melodik zusammengehalten wird, erzählt Dukas die alte persische Sage vom König Iskander, der die Blume der Unsterblichkeit sucht, wohingegen sich die aus ungezählten, rhythmisch akzentuierten Arabesken gezeichneten Eifersüchteleien zwischen einem jungen Mann und zwei Mädchen bei Debussy geradezu realistisch ausnehmen. Nicht unrealistisch, aber doch sehr unwahrscheinlich ist es, die beiden Meisterwerke nebeneinander auf einem Theaterzettel vorzufinden. Da für die verfügbaren Tonträger dasselbe gilt, dürfte der hohe diskographische Wert dieser Referenzeinspielung auf lange Sicht unangefochten bleiben.
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