LP (180g Vinyl) Living Stereo LSP-4807
Lou Reed
Transformer
Lou Reed (voc, g, arr), Mick Ronson (voc, g, p, arr); David Bowie (voc, arr); Ronnie Ross (sax); Klaus Voorman (b), Herbie Flowers (tu, b); John Halzey, Barry Desouza; Ritchie Dharma (dr); u.a.
Aufnahme: 1972 von Arun Chakranerty
Produktion: David Bowie und Mick Ronson
Bekannt ist, dass Vergleiche selten den Kern treffen, doch zeigen sie am Beispiel von Lou Reed darüber hinaus die völlige Verunsicherung derer, die sie aufgestellt haben. Ist er nun der Chuck Berry oder der Sergeant Pepper der 70er Jahre oder bastelte Reed gezielt am Image eines hypersensiblen Frankensteins, der seine Neurosen und Drogentrips zu Horrorklängen verschrottete? »Manche Platten sind so ausgekocht widerlich«, wütete das Magazin Rolling Stone, »dass man an den Künstlern, die sie verbrochen haben, am liebsten physisch Rache nehmen möchte.«
Doch weit entfernt von akustischer Körperverletzung zeigt sich die Schallplatte "Transformer", die nur wenige Monate nach dem etwas glücklosen Auftritt der undergroundlastigen Debütscheibe Lou Reed kräftig in den Charts punktete. Die Produktion entstand mit britischer Schützenhilfe namens David Bowie und Mick Ronson, die es offenkundig glänzend verstanden, die Songwriter-Qualitäten Reeds in musikalisch sicheres Fahrwasser zu leiten, ohne den bissigen Sarkasmus und die humorigen Provokationen ihres Helden zu verwässern.
So finden sich neben kratzigem Gitarren-Rock ("Vicious"), bittersüßer Balladenschmus ("Perfect Day") und sogar eine mit bleischwerer Zunge gelallte Oldtime-Jazzparodie ("Goodnight Ladies"). Warum also diesen überaus originellen Musik-Mix mit anderem vergleichen, wo es doch so einfach ist, diese Platte als das zu hören, was sie ist - ein Album mit Kultcharakter.
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